Große Hilfsaktion für Kinder aus Tschernobyl und Weißrussland an der Grund-, Mittel- und Realschule Odelzhausen

Am 26. April 1986 ist es nun 30 Jahren her, dass sich in Tschernobyl (Ukraine) eine der größten Umweltkatastrophen der Neuzeit, nämlich die Explosion eines Atomkraftwerkes, ereignete. Jedoch 75% der gesamten Radioaktivität ging als so genannter „schwarzer Regen“ über Weißrussland, das nur 70 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt.

Heidi Bentele, die 1. Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ war zu den Odelzhausener Mittel- und Realschülern gekommen, um von der katastrophalen Lage der dortigen Bevölkerung und insbesondere der Kinder zu berichten und ihnen aktuelle Bilder von der Lage vor Ort zu zeigen. Zu der großen Armut kam und kommt eine Welle von Krebserkrankungen und Missbildungen bei Neugeborenen über das leidgeprüfte Land, das nach 30 Jahren noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hat, denn aus den zahllos entstandenen Rissen des Atomkraftwerks entweicht immer noch Radioaktivität.

Laut Aussage von Ärzten sind 80% aller Kinder aus der kontaminierten Region an Schilddrüsenkrebs und Leukämie erkrankt. Chronische Erkrankungen durch mangelhafte Ernährung stehen an erster Stelle. Da es keine gesetzliche Krankenversicherung gibt und das monatliche Durchschnittseinkom-men zwischen 100-150 € liegt, können die lebensnotwendigen Medikamenten von den Betroffenen nicht bezahlt werden.

Seit mehr als 15 Jahren engagiert sich die Aindlingerin für die Bevölkerung und bringt so immer wieder Sachspenden mit LKWs nach Weißrussland. Auch sammelt der Verein Geldspenden, um in der dortigen Region Häuser oder Krankenhäuser zu finanzieren.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich tief erschüttert und beeindruckt von den Ausführungen von Heidi Bentele und schon bald war der Plan gereift, mit einigen Aktionen der Schulfamilie in der Fasten- und Osterzeit dieses Anliegen zu unterstützen.

Die Schülermitverantwortung der Mittel- und Realschüler unter der Leitung der Lehrkräfte Frau Janina Thanner und Frau Hermann verkauften während der großen Pause selbst gemachte Muffins und Cupcakes und konnten somit einen Erlös von 200 € erzielen.

Die in Odelzhausen in der Fastenzeitschon in der Grundschule zur Tradition gewordene „Brotaktion“ brachte 400 € ein. Dabei spendete die Klassenlehrkraft Brot für ihre Klasse, das die Kinder untereinander teilten und zeigten mit einem Geld-Beitrag, mit dem sie normalerweise ihr Pausenbrot finanzieren, Solidarität mit den notleidenden Kindern in Weißrussland.

Besonderes Engagement zeigten die Odelzhausener Schülerinnen und Schüler beim Packen von Lebensmittelpaketen, Medikamenten und Kosmetika. Dabei kamen so viele Spenden zusammen, sodass ein ganzer Kleintransporter allein von der Schule Odelzhausen bestückt werden konnte.

Heidi Bentele kam selbst ein zweites Mal an die Schule Odelzhausen, um die Hilfsgüter abzuholen und sich persönlich für das große Engagement von Schülern, Lehrkräften und Eltern zu bedanken. Sie freute sich sehr, dass die Odelzhausener Schüler ein großes Herz für Gleichaltrige in Not zeigen.